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Wir würden uns freuen, Sie zu unserer RetroGamesCon 2019 im Bürgerhaus Emmertsgrund begrüßen zu dürfen“ – angesichts dieser Einladung, die ich vor einigen Wochen in meinem E-Mail-Postfach fand, musste ich erst einmal laut lachen.

Fakt ist nämlich: Ich habe in meinem Leben noch kein Computerspiel aus der Nähe gesehen, nie eine Konsole besessen und auch die Nintendo 64-Sessions im Kinderzimmer meiner Grundschulfreundin sind lange vorbei. Kurz: Ich bin alles andere als eine Gamerin. Der Besuch einer Spielemesse würde bei allen, die mich kennen, für Irritation sorgen.

Nicht so bei meinem guten Freund (und Haus- und Hoffotografen) Christian Bartle. „Jawoll –  lass hingehen, ich will einen Game Boy kaufen!“, schrieb er mir, als ich ihm von der Einladung erzählte. Nun hatte sich Chris mit dem engagierten Fotografieren meiner ersten Gründer-Workation eine Woche zuvor in eine sehr günstige Ausgangslage gebracht, was das Anbringen kleinerer Wünsche anging. Ich meldete uns also an.

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Dönermäßig gestärkt machen wir uns an diesem Sonntagmittag auf den Weg zu meiner ersten Zockermesse. Im Foyer des Bürgerhauses Emmertsgrund begrüßt uns Veranstalter und Cheforganisator Bernd Kühn. Wir erhalten einen Presseausweis und eine kleine Einführung – wobei ich an dieser Stelle zum Singular wechsle: Chris hat nämlich den ersten Game Boy-Stand erspäht und ist erst einmal verschwunden.

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© Christian Bartle Fotografie

Bevor Bernd mir das Allerheiligste (= den großen Saal) zeigt, führt er mich durch das Foyer und zum Stand von SciFi 4 Charity. Dort lerne ich Benjamin kennen. Der Mann im schwarzen Gewand – Kylo Ren aus Star Wars, wie ich lerne (nein, auch das habe ich nicht gesehen) – erklärt mir das Konzept der Cosplay-Charity-Truppe: Mit Kostümauftritten bei verschiedensten Veranstaltungen sammeln die Jungs (und Mädels? Heute sind zumindest keine dabei…) Spenden für wohltätige Zwecke – allen voran für die Deutsche Kinderkrebshilfe. Seit dem Frühjahr 2018 seien bereits über 30.000 € zusammengekommen, erzählt Benjamin stolz. Das ist tatsächlich eine ganze Menge!

Als wir für ein Foto posieren, tauchen plötzlich aus allen Ecken kostümierte Gestalten auf. Umgeben von starken Männern mit Lichtschwertern fühle ich mich bestens beschützt.

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© Christian Bartle Fotografie
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© Christian Bartle Fotografie

( Zum Foto machen hat sich Chris dann doch nochmal kurz blicken lassen ; ))

Weiter geht’s in die Veranstaltungshalle und dort steppt tatsächlich der Affe (kleine Reminiszenz an Donkey Kong, das einzige Konsolenspiel, an das ich mich außer Super Mario und Mario Kart erinnere). Dass es sich um keine ganz kleine Veranstaltung handeln würde, hatte ich mir angesichts der professionell anmutenden Pressearbeit der Veranstalter schon gedacht. Tatsächlich erweist sich die RetroGamesCon aber als größer, als angenommen. Dicht an dicht stehen die Verkaufsstände, auf der Bühne wird in LAN-Party-Manier gezockt, in den Gängen drängeln sich die Besucher. Ich bin schlecht mit Zahlen, aber mehrere Hundert sind es auf jeden Fall.

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© Christian Bartle Fotografie
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© Christian Bartle Fotografie

Bernd führt mich herum und ich bin beeindruckt von Angebot und Nachfrage, staune über die fancy Game Boy-Designs von @Retrohahn und lerne Youtuber Reedeema kennen. Von ihm stammt das folgende Video mit Eindrücken von der RetroGamesCon:

Parallel findet heute übrigens die ClassicToysCon statt – mit Zauberwürfeln, Carrerabahn und einem (vollkommen analogen) 4-Gewinnt-Turnier! Irgendwann muss sich Bernd dann wieder seiner Orgafunktion widmen. Ich schaue alleine weiter und finde nach einigem Suchen auch Chris wieder.

Dessen Game Boy-Jagd nimmt gerade konkretere Züge an. Ich erkenne: Manche Lebensentscheidungen wollen einfach sehr gründlich überlegt sein. Mit ernster Miene vergleicht er Modelle und Preise; gefühlt drehen wir irgendwann die zehnte Runde durch die Halle.

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© HeidelMag

„Auch ich habe vor einigen Jahren noch zu denjenigen gehört, die sich am liebsten direkt von der Schulbank vor den heimischen Computer teleportiert hätten, um dann dort bis in die Abendstunden zu zocken” – das wird Chris noch am selben Abend im Rahmen einer Konzerteinführung  im Mannheimer Rosengarten einem klassikbegeisterten Publikum erklären.

„Essen? – nur das Nötigste. Soziale Kontakte? – warum denn, geht doch auch übers Internet. Hausaufgaben? – lassen sich auch im Bett oder am nächsten Morgen erledigen.“ Bei seinen Eltern sei das damals nicht besonders gut angekommen.

Was Gaming mit klassischer Musik zu tun hat? Im Rahmen der Meisterkonzerte der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz wird an diesem Abend Andrew Normans Switch für Solo-Schlagzeug und Orchester gegeben. In einem Interview äußerte der junge amerikanische Komponist vor einiger Zeit, die hauptsächliche Inspirationsquelle für das Stück sei das Game Boy-Spiel Super Mario gewesen – tatsächlich spiegelt sich so mancher Wesenszug des Spiels erkennbar in Switch wider. 

(Für Interessierte: Chris’ Konzerteinführung als Podcast gibt’s hier!)

Jedenfalls: Die Tatsache, dass ein Werk mit einem solchen Hintergrund im Rahmen eines klassischen Meisterkonzertes auf die Bühne gebracht wird, zeigt, wie sehr digitale und analoge Lebenswelten heutzutage miteinander verschmelzen.

Die virtuelle Realität ist in vielen Bereichen unseres Alltags angekommen – das führt auch zu einer toleranteren Einstellung gegenüber Konsolen, Videospielen usw. Zumindest, solange sich die Zockerei in gesundem Maße hält. Auch die These „Gamer seien aggressiver, unkreativer, unsozialer und weniger intelligent“ gilt als widerlegt und professionelle Spieler verdienen teilweise gutes Geld mit ihrer Leidenschaft.

Ein Geständnis ist Chris’ Schilderung aus heutiger Sicht also nicht mehr. Eher die Beschreibung einer Phase, wie sie Erwachsene zwischen 20 und 40 aus ihrer eigenen Jugend kennen. Einige dieser Menschen sind heute zur RetroGamesCon gekommen und erinnern sich mit strahlenden Augen an eine Zeit, in der sie das Wort Steuererklärung noch im (gedruckten) Lexikon nachschlagen mussten.

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© Christian Bartle Fotografie

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© Christian Bartle Fotografie
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© Christian Bartle Fotografie

In die engere Auswahl schaffen es schließlich das Pocket-Modell Banana Joe und der Game Boy-Klassiker in Grau. Letzterer ist mein klarer Favorit – bei sowas und bei Eiscreme bin ich spießig. Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, ein wenig auf Banana Joe herumzudrücken. Lachen muss ich, als Chris bei einem Gerät die fehlende Hintergrundbeleuchtung bemängelt („Da kann man ja nicht im Dunkeln spielen.“) und von der Verkäuferin gefragt wird, ob er denn noch im Dunkeln spielen müsse? Punkt für die Dame.

Übrigens: Auch wenn Größe und Angebot der RetroGamesCon meine Vorstellungen übertreffen – die Erwartungen, was den Durchschnittsbesucher betrifft, werden irgendwie doch bestätigt: Der ist überwiegend männlich, mittleren Alters (wir sind ja auf der RETROGamesCon…) und trägt Kaputzenpulli. Also doch nicht ALLES nur antiquiertes Klischee!

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© HeidelMag

ABER – und das ist eine ganz wesentliche Erkenntnis, die ich von meinem Besuch mitnehme: Das Gemeinschaftsgefühl, das hier herrscht – und das ich alleine in knapp anderthalb Stunden mitbekomme – ist phänomenal und beeindruckt mich wirklich!

Alle sind super herzlich und offen und beantworten mir, dem Gaming-Newbie und der Star Wars-Verweigererin, geduldig auch die dümmsten Fragen. Außerdem beobachte ich gleich zwei Mal, wie Verkäufer auf Organisator Bernd zukommen und ihm je eine Konsole aus ihrem Fundus in die Hand drücken: Sachspenden für die anstehende Versteigerung zugunsten von SciFi4Charity. Einfach so.

FAZIT: Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die RetroGamesCon in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Erwartet habe ich leicht eingestaubte Konsolen und lange nicht so viele Besucher. Vorgefunden habe ich eine sympathische, vielfältige Veranstaltung mit tollem Programm und breitem Produktangebot und vor allem – viele herzliche und aufgeschlossene Menschen. Kurzum: eine gute Art und Weise, den Sonntagnachmittag zu verbringen.

Im Hinblick auf die nächste RetroGamesCon in Heidelberg (Termin: 6.6.2020) empfehle ich euch deshalb: Geht hin, seid offen und lasst euch überraschen!
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Gewonnen hat am Ende übrigens der Game Boy Classic – eventuell war auch ein wenig sanfter Überzeugungsdruck von meiner Seite im Spiel. Aber ich glaube, Chris ist sehr glücklich damit.

Christian Bartle_Marlen Schneider_Instagram_Retro Games Con 2019

Folgt @christianbartle auf Instagram!


Vielen Dank an das Team der RetroGamesCon für die Einladung, an Bernd Kühn für die ausführliche Einführung und natürlich an Chris für’s Dabeisein und Fotos machen, bzw. von dir machen lassen.

Infos unter: www.retrogamescon.de

 

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