Der lange, steinige Weg zur echten Pfälzer Weinschorle

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** Dies ist ein älterer Artikel aus der Zeit, als ich in Koblenz gelebt habe. Da er aber nichts von seiner Brisanz verloren hat, möchte ich ihn auch hier mit euch teilen! **

Als Pfälzerin liebe ich unser Nationalgetränk: die Weißweinschorle. Ein einfaches Mischgetränk aus (viel!) Wein und (wenig!) Wasser. Passt immer, erfrischt Körper und Geist, ist sensationell einfach herzustellen, überall zu bekommen… HA, Pustekuchen!

Zu dünn, zu süß, zu sauer, zu wenig… Was mir außerhalb der Pfalz schon als Weinschorle serviert wurde, passt auf keine Kuhhaut.

Auch in Koblenz – nur  wenige Kilometer vom gelobten Schorleland entfernt – scheitern Kellner regelmäßig an der Aufgabe, mir ein Getränk zu servieren, dass der Sache auch nur halbwegs gerecht wird.

Am beliebtesten ist dabei die Frage: „Süß oder sauer?“ Süße Schorle hat nichts mit lieblichem Wein zu tun, sondern wird mit (Zitronen-)Limonade statt Wasser aufgegossen. Das kann durchaus lecker sein – haben  wir mit 16 auf dem Weinfest oder beim Vorglühen für die Disko getrunken. Weil es schmeckt wie Fanta. Aber, liebe Kellnerinnen und Kellner, sofern eure Gäste älter als 20 Jahre sind und einigermaßen zivilisiert an einem Tisch sitzen, fragt das bitte nicht. Wer Lust auf eine süße Schorle verspürt, wird euch das explizit sagen. Ansonsten: immer sauer servieren.

Manchmal weiß das Thekenpersonal aber auch einfach gar nichts mit der Bestellung anzufangen und ist für konkrete Arbeitsanweisungen dankbar. Für diesen Fall, hier eine

Anleitung für die ECHTE Pfälzer Weinschorle:
  1. Man nehme ein GROßES Glas (0,5 Liter) und am besten ein griffiges “Dubbeglas” (siehe Beitragsbild).
  2. Man fülle das GROßE Glas zu mindestens 60-70 % mit Weißwein. Klassisch ist der Riesling, mir schmeckt’s aber auch mit Grauburgunder sehr gut. Ob trocken oder halbtrocken ist ebenfalls Geschmackssache. Lieblich ist in meinen Augen grenzwertig, aber wer’s mag… 🙂
  3. Das Glas mit nicht allzu stark sprudelndem Mineralwasser auffüllen. Bloß nicht zu viel davon nehmen!!!
  4. Fertig. Trinken.

Vorsicht: Durch die Kohlensäure im Wasser kommen Fehler im Wein noch mehr zur Geltung. Die Schorle ist also kein Ort, um schlechten Wein loszuwerden. Ein guter Schorlewein sollte leicht und spritzig und auch ohne Wasser gut zu genießen sein.

Alles klar? Dann ran an’s Dubbeglas!

Bildmaterial: ©zerbor/shutterstock.com

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